Wenn uns der Himmel auf den Kopf fällt
Sonderausstellung über Meteoriten im Geoskop-Urweltmuseum von
Januar 2006 bis Dezember 2007
[Pfalzmuseum für
Naturkunde]
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"Meteorite
- Steine, die vom Himmel fallen", so der Titel einer
Sonderausstellung, die am Freitag, 27. Januar, um 17 Uhr im
Geoskop-Urweltmuseum auf Burg Lichtenberg bei Kusel mit
einem Vortrag von Dieter Heinlein aus Augsburg eröffnet
wird. Der Leiter des Feuerkugelnetzes des DLR (Deutsches
Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Institut für
Planetenforschung) sammelt seit über 25 Jahren Meteorite und
ist auf diesem Gebiet auch als anerkannter Gutachter tätig.
Naturkatastrophen der jüngsten Vergangenheit haben uns
gründlich vor Augen geführt, wie gefährdet Leben auf unserem
Planeten sein kann, selbst in der scheinbar sicheren Idylle
von Urlaubsparadiesen. Urplötzlich, ohne Vorwarnung kam am
25. Dezember 2004 die Tsunami-Riesenwelle und spülte die
Uferstrände in Südostasien hoch, mit unvorstellbarer Gewalt.
Als die Welle wieder ablief, hatte sie über 200.000 Menschen
das Leben gekostet. Auch das schreckliche Erdbeben vom 8.
Oktober 2005 in Nordpakistan mit über 87.000 Toten gehört zu
den schrecklichen Katastrophen. Aber es könnte noch
unvorstellbar schlimmer kommen, wie es schon mehrfach
passiert ist in der Vergangenheit, nur wir Menschen haben
den Fall noch nicht erlebt!
Am 18. August 2005 stellte die Bild-Zeitung auf der
Titelseite die Frage: "Geht am Freitag, den 13. April 2029
die Welt unter?" Der in der typischen Machart der Zeitung
verfasste Artikel bezieht sich auf einen Vorgang, der in der
Fachwelt schon seit längerem bekannt war. Am 13. April 2029,
so die Berechnungen der Astrophysiker, wird ein etwa 400
Meter großer Himmelskörper, ein Asteroid (Kleinplanet) mit
der Bezeichnung "2004 MN 4" die Erde in nur 30.000 Kilometer
Entfernung passieren. Inzwischen ist aber klar, dass 2004 MN
4 die Erde nicht treffen wird. Gegenwärtig arbeiten
Geophysiker an Voraussagen für einen möglichen
Meteoriteneinschlag im Jahre 2880. Dann könnte Asteroid
"1950 DA" auf die Erde stürzen. Bei einem Durchmesser von
einem Kilometer und einem Gewicht von zehn Milliarden Tonnen
entspräche der Einschlag einer Sprengkraft von über 5.000
Megatonnen TNT.
Himmlische Katastrophen hat es in der Vergangenheit der Erde
immer wieder gegeben. 1908 explodierte ein Meteorit bei
Tunguska/Sibirien einige Kilometer über dem Taigaboden und
vernichtete gewaltige Waldbestände und ganze Rentierherden.
Menschenleben waren in der dünn besiedelten Landschaft
offensichtlich nicht zu beklagen gewesen.
Vor 15 Millionen Jahren schlugen zwei Meteoriten auf der
schwäbischen Alb ein und vernichteten im Abstand von über
200 Kilometer um Nördlingen und Steinheim jegliches Leben.
Das Nördlinger Ries und das Steinheimer Becken sind zwei
Einschlagkrater von 24 und 3,8 Kilometer Durchmesser.
Das Ende der Dinosaurier
Nach der so genannten Alvarez-Theorie war ein
Meteoriteneinschlag auf der Halbinsel Yucatan in Mexiko vor
65 Millionen Jahren dafür verantwortlich, dass die
Dinosaurier ausstarben. Vollkommen harmlos verlief dagegen
ein Einschlag bei dem Ort Krähenberg auf der Sickinger Höhe,
der sich am 5. Mai 1869 um 18.32 Uhr ereignete. Niemand kam
zu Schaden, als der knapp 16,5 kg schwere Steinmeteorit nach
lautem Getöse auf einer Wiese einschlug und ein Loch von 60
cm Tiefe erzeugte.
Die
Ausstellung präsentiert neben dem "Krähenberger" (siehe
Abbildung), auch den Treysa-Meteoriten aus Hessen und den
jüngsten Fallfund aus Deutschland, den "Neuschwansteiner",
der von Dieter Heinlein im Eröffnungsvortrag ausführlich
vorgestellt wird. In sechs weiteren Vitrinen sind
Himmelsobjekte aus dem Fundus der Frankfurter
Hobby-Astronomen und Meteoritensammler Volker Heinrich und
Christoph Lichtblau ausgestellt, darunter auch Proben von
einem Mond- und einem Marsmeteoriten. Wir zeigen auch
scheinbar echte Himmelskörper und andere
"Nebensächlichkeiten".
Auf insgesamt 25 Schautafeln kann sich der Besucher
ausführlich über das Thema Meteorite informieren, auch über
die Gefahren, die uns aus dem Weltall drohen. Wenn der
Besucher dann zum Experten geworden ist, kann er an unserem
Preisrätsel "Meteorit ja oder nein" teilnehmen und wird
vielleicht bald selbst Besitzer eines echten Meteoriten. Und
das ist schon etwas Besonderes, kommt er doch nicht nur aus
der Tiefe des Weltalls, sondern er ist die älteste Materie,
die es in unserem Sonnensystem gibt, nämlich aus der
Entstehungszeit der Planeten vor 4,6 Milliarden Jahren.
Die Ausstellung ist bis Ende des Jahres zu sehen. Ein
umfangreiches Rahmenprogramm dazu wird angeboten, das
jeweils rechtzeitig im Internet unter
www.urweltmuseum-geoskop.de abrufbar ist. Das Geoskop
ist täglich geöffnet, und zwar vom 1. April bis 31. Oktober
von 10 bis 17 Uhr und vom 1. November bis 31. März von 10
bis 12 und 14 bis 17 Uhr.

