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Aktuelle Meteoritenforschung
Meteorite repräsentieren bisher
neben den Mondproben der
Apollo- und
Luna-Missionen
das einzige außerirdische Material, das in irdischen Labors untersucht
werden kann. Deswegen ist die Forschung an Meteoriten sehr wichtig für die
Planetologie
und
kosmochemische
Fragestellungen. So können anhand von Isotopenmessungen an
präsolaren Mineralen
Modelle der
Nukleosynthese
in Supernovae und der Umgebung von
Roten Riesen
überprüft werden. Auch für die Erforschung der Entstehung unseres
Planetensystems sind Meteorite sehr wichtig. So konnte für
Kalzium-Aluminium-reiche
Einschlüsse in primitiven Chondriten mit verschiedenen
Datierungsmethoden ein Alter zwischen 4,667 und 4,671 Milliarden Jahren
nachgewiesen werden. Weil dies vermutlich die ältesten im Sonnensystem
entstandenen Minerale sind, markieren sie den Beginn der Entstehung unseres
Planetensystems. Die Datierung der verschiedenen Klassen von Meteoriten
erlaubt so eine zunehmend genauere zeitliche Darstellung der einzelnen
Prozesse im frühen Sonnensystem. Auch sind in Meteoriten zahlreiche
Mineralien wie z. B. Niningerit entdeckt worden, die bisher auf der Erde
nicht gefunden wurden.
Meteoriteneinschläge haben zudem die Erdgeschichte stark
beeinflusst, deshalb sind sie auch aus diesem Grund von Interesse. So war
die Erde nach ihrer Entstehung einige hundert Millionen Jahre lang bis vor
etwa 3,9 Milliarden Jahren einem starken Bombardement durch außerirdische
Objekte ausgesetzt. Weithin bekannt ist inzwischen der
KT-Impakt
genannte Meteoriteneinschlag vor 65 Millionen Jahren, der für das Aussterben
der
Dinosaurier
verantwortlich gemacht wird. Auch das heute allgemein akzeptierte Alter der
Erde von 4,55 Milliarden Jahren wurde zuerst 1953 von
C. C. Patterson
mittels
Uran-Blei-Datierung
am Meteoriten
Canyon Diablo
bestimmt.
Beginnend mit der Entdeckung von
organischen Verbindungen im kohligen Chondriten
Murchison
spielen Meteoriten eine zunehmend größere Rolle in der
Astrobiologie
und der Erforschung des Ursprungs des Lebens. Neben
Aminosäuren und
polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen, welche inzwischen auch in
anderen kohligen Chondriten nachgewiesen wurden, wurden in Murchison auch
Fullerene und sogar Diaminosäuren nachgewiesen. Es wird vermutet, dass
Diaminosäuren eine wichtige Rolle in den ersten präbiotischen Reaktionen,
aus denen letztlich die
RNA und die
DNA
hervorgingen, gespielt haben. Diese Entdeckung ist somit ein Indiz dafür,
dass einige wichtige Bausteine des Lebens durch Meteoriten auf die Erde
gelangt sein könnte. Ein noch aufsehenerregenderes Forschungsergebnis in
diesem Bereich war die bis heute kontrovers diskutierte Entdeckung angeblich
fossiler Spuren bakteriellen Lebens im Marsmeteoriten
ALH84001.
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