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Geschichte der Meteoritenforschung
Die wissenschaftliche Erforschung von Meteoriten begann
am Ende des 18. Jahrhunderts. Die erste Veröffentlichung über die chemische
Analyse eines 1768 bei Lucé in Frankreich gefallenen Steines mit modernen
chemischen Methoden wurde 1777 von den Chemikern Fourgeroux, Chadet und
Lavoisier im
Journal de Physique
veröffentlicht. Allerdings kamen die Autoren zu dem falschen Schluss, dass
der Stein irdischen Ursprungs und möglicherweise durch Blitzeinschlag in
Sandstein entstanden sei.
Als Meilenstein in der Akzeptanz von Meteoriten als
außerirdischen Objekten gilt die Veröffentlichung des Physikers
Ernst F. F. Chladni
Ueber den Ursprung der von
Pallas gefundenen und anderer ihr
ähnlicher Eisenmassen. In diesem 1794
veröffentlichten Aufsatz diskutiert Chladni historische Berichte über
Meteore und Feuerkugeln und stellt die Hypothese auf, dass diese
Erscheinungen mit Berichten über vom Himmel gefallene Stein- und Eisenmassen
verknüpft sind. Außerdem schlägt er vor, dass diese Körper aus dem Weltraum
stammen. Auslöser für diese Arbeit waren Diskussionen mit dem Physiker
Georg Christoph Lichtenberg, welcher
1791 selbst einen Feuerball beobachtet hatte.
Während an der Existenz von
Meteoren und Feuerkugeln auch vorher nicht gezweifelt wurde, wurden Berichte
über vom Himmel gefallene Steine oder Eisenmassen vor der Veröffentlichung
Chladnis von Wissenschaftlern meist als Aberglauben abgetan. Wenn überhaupt,
dann wurde höchstens ein atmosphärischer Ursprung von Meteoriten akzeptiert,
z. B. durch Blitze verkohlte Vögel oder atmosphärische
Staubzusammenballungen. Besonders Behauptungen, dass Meteoriten
außerirdischen Ursprungs seien, wurden oft auch von aufgeklärten und
gebildeten Menschen mit Spott und Polemik beantwortet. Ein Grund hierfür war
der auf
Aristoteles zurückgehende und von
Isaac Newton bekräftigte Glaube, dass
das Sonnensystem abgesehen von den größeren Körpern wie Planeten, Monden und
Kometen frei von Materie ist und höchstens von einer
Äther genannten Substanz erfüllt ist.
Auch Chladnis Thesen erfuhren
zunächst bei den meisten Wissenschaftlern Ablehnung, durch weitere
beobachtete Fälle (beispielsweise Wold Cottage 1795, L'Aigle 1803) und
Forschungsberichte erhielten sie aber zunehmend Unterstützung. William
Thomson lieferte 1794 die erste mineralogische Beschreibung eines bei
Siena in Italien gefallenen Steins, in
der er zeigte, dass dieser von allen bekannten irdischen Gesteinen
verschieden ist. Edward C. Howard und Jacques-Louis de Bournon analysierten
1802 vier Meteoriten auf ihre chemische Zusammensetzung. De Bournon erwähnte
dabei erstmals in diesen gefundene Silikatkügelchen, welche dann 1869 durch
Gustav Rose als
Chondren benannt wurden.
Während noch in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts
die fälschlicherweise als Mondvulkane interpretierten Mondkrater oder
Staubzusammenballungen in der Hochatmosphäre als Herkunft der meisten
Meteorite diskutiert wurden, nahm man später den Asteroidengürtel oder gar
einen interstellaren Ursprung an. Dass fast alle Meteorite Bruchstücke aus
dem Asteroidengürtel sind, hat sich letztendlich um 1940 durch
photographische Aufnahmen einiger Meteore durch F. L. Whipple und C. C.
Wylie, aus denen auf elliptische Bahnen geschlossen werden konnte,
abgezeichnet. Bei einem interstellaren Ursprung wären hyperbolische Bahnen
zu erwarten gewesen. Im Jahr 1959 konnte die Bahn des Meteoriten
Pribam durch
mehrere Kameras aufgezeichnet und der Orbit berechnet werden, dessen Aphel
im Asteroidengürtel lag. Allerdings konnte dann doch Anfang der 1980er Jahre
auch nachgewiesen werden, dass etwa jeder Tausendste Meteorit vom Mond und
eine vergleichbare Anzahl sogar vom Mars stammt.
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