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Historisches
über Meteoriten
Berichte über vom Himmel gefallene Steine gibt es seit
frühester Zeit. So berichtet etwa der griechische Schriftsteller
Plutarch über einen schwarzen Stein,
der etwa 470 v. Chr. in
Phrygien gefallen sein soll. Dieser
Meteorit wurde im Namen der Göttin
Kybele verehrt, bis er nach der
Übernahme des Kybele-Kultes durch die Römer (die sie
Magna Mater deum Idea
nannten) im Jahr 204 v. Chr. in einer
großen Prozession nach
Rom gebracht wurde, wo er weitere
Jahrhunderte verehrt wurde.
Bereits in prähistorischer Zeit waren Meteorite
Gegenstand von religiösen Kulten. So wurde der Meteorit
Winona 1928
in einem Steinbehälter in einem prähistorischem Pueblo in Arizona gefunden,
wo er offenbar kultischen Zwecken diente. Auch bei dem in der
Kaaba, dem zentralen Heiligtum des
Islam, eingemauerten schwarzen Stein
Hajar el Aswad
handelt es sich möglicherweise um einen Meteoriten, was allerdings
wissenschaftlich nicht gesichert ist.
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Meteorite,
Winona
1928 |
Kaaba,
Hajar el Aswad |
Der chinesische Historiker
Ma Duanlin (1245-1325) berichtet über
Meteoritenfälle in einem Zeitraum von 2000 Jahren. Eine Auswertung früher
chinesischer Aufzeichnungen durch die Meteoritenforscher K. Yau, P. Weissman
und D. Yeomans ergab 337 beobachtete Meteoritenfälle zwischen 700 v. Chr.
und 1920. Der Meteorit
Nogata, gefallen im Jahr 861 n. Chr.,
ist der früheste beobachtete Fall, von dem heute noch Material aufbewahrt
wird.
Der erste
registrierte Meteorit in Europa, von dem noch Material vorhanden ist, fiel
1400 n. Chr. in
Elbogen in
Böhmen. Großes Aufsehen erregte der
Fall von
Ensisheim im Elsass, bei dem im Jahre
1492 ein Steinmeteorit unter großem
Getöse vom Himmel fiel. Über das Ereignis berichteten zahlreiche Chroniken
und Flugblätter. Die ältesten auf der Erde gefundenen Überreste von
Meteoriten sind so genannte fossile Meteorite, d.h. Meteorite die einen
Stoffaustausch mit dem Gestein in denen sie eingebettet sind erfahren haben
und deren meteoritsche Herkunft nur noch an ihrer Struktur zu erkennen ist.
In Kalksteinschichten in Schweden sind zum Beispiel eingebettete Fragmente
von fossilen chondritischen Meteoriten gefunden worden, die im
Ordovizium vor ca. 450-480 Millionen
Jahren auf die Erde gefallen sind.
Als spektakuläres Ereignis der
jüngeren Zeit gilt eine Beobachtung am 30. Juni 1908 (Tunguska-Ereignis).
Zeugen beobachteten am Himmel über der sibirischen
Tunguska-Region einen blassblauen
Feuerball. Kurz darauf machte die Druckwelle einer Explosion rund 2.000
Quadratkilometer Wald dem Erdboden gleich, das entspricht einem Umkreis von
ca. 50 Kilometer. Die durch die Explosion verursachten Luftdruckschwankungen
konnten noch in London registriert werden. Neben anderen Theorien wird
vermutet, dass es sich bei diesem Ereignis um die Explosion eines
Meteoroiden, vermutlich eines Kometenkernfragments oder eines kleineren
Asteroiden, von ca. 50 bis 100 Meter Durchmesser in einer Höhe von ca 10.000
Metern handelte. Meteoriten oder ein Krater, die durch das Ereignis
entstanden sein könnten, wurden in dem entsprechenden Gebiet bisher nicht
gefunden, aber einige Stunden nach dem Ereignis fiel in der Nähe von Kiew
der Meteorit
Kagarlyk. Bisher ist ungeklärt, ob dies
ein zufälliges Aufeinandertreffen der beiden Ereignisse ist oder ob ein
Zusammenhang besteht. Meteoritisches
Eisen wurde
schon vor der eigentlichen
Eisenzeit zur
Herstellung von Kultgegenständen, Werkzeugen oder Waffen benutzt. So wurden
etwa in einem kleinen Gräberfeld aus der Zeit von 3500 bis 3000 v. Chr. bei
der
ägyptischen
Siedlung Gerzeh Eisengegenstände mit einem Nickelgehalt von 7,5 % gefunden,
was den meteoritischen Ursprung beweist. Eine Dolchklinge aus meteoritischem
Eisen wurde auch in der Grabkammer des Pharaos
Tutanchamun
gefunden. Auch heute wird das sogenannte Meteoriteneisen, wegen seiner
relatieven Seltenheit, als Schmuck oder als Teil von Hangemachten Messern
verwendet. Ätzt man Meteoriteneisen mit Säure zeichnet sich ein Muster ab,
da die verschiedenen Metalle unterschiedlich stark von der Säure angegriffen
werden. Man spricht dann auch von Meteoritendamast.
Der wohl größte Meteoritenkrater
der Welt, das Sudbury-Basin, befindet sich im
Ontario (Kanada).
Er hat einen
Durchmesser von
etwa 250 Kilometer und ist geschätzte 1,9 Milliarden Jahre alt. In
Schweden liegt
mit einem Durchmesser von 50 Kilometern der größte
Einschlagskrater
Europas, der Siljan-Krater, der vor rund 65 Millionen Jahren entstand. Etwa
den halben Durchmesser, 24 Kilometer, weist der größte
Impaktkrater
Deutschlands, das vor 14,7 Millionen Jahren entstandene
Nördlinger Ries,
auf. Der Chixulubkrater (180 Kilometer Durchmesser) in
Yucatán
(Mexiko) schließlich dokumentiert für manche Forscher den erdgeschichtlich
bislang folgenschwersten Meteoriteneinschlag: Er soll vor ca. 65 Millionen
Jahren die
Dinosaurier und
viele andere
Spezies
ausgelöscht haben.
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