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Klassifizierung von Meteoriten
Nach ihrem inneren
Aufbau werden Meteoriten in undifferenzierte und differenzierte Meteoriten
unterteilt. Alle undifferenzierten Meteoriten enthalten die älteste und
erste Materie, die in unserem Sonnensystem entstand. Diese Meteorite werden
auch
Chondrite
genannt. Chondrite sind bei weitem die häufigsten gefundenen Meteoriten. Die
differenzierten Meteoriten stammen dagegen von Asteroiden, die wie die Erde
in einen Kern und Mantel differenzierten. Zu ihnen gehören deshalb sowohl
Stein- als
auch
Eisen-Meteorite.
Die Stein-Meteoriten stammen aus dem Mantel und die Eisen-Meteoriten aus dem
Kern der Asteroiden. Außerdem gehören die
Stein-Eisen-Meteorite
zu den differenzierten; diese stammen aus dem Übergangsbereiche zwischen
Kern und Mantel. Die Eisen-Meteoriten bestehen überwiegend aus einer
Eisen-Nickel-Legierung.
Die Stein-Meteoriten von differenzierten Asteroiden werden auch
Achondrite
genannt.
Je nachdem, ob der Fall
eines Meteoriten beobachtet wurde oder ob der Meteorit bereits früher
unbeobachtet gefallen ist und nur gefunden wurde, wird ein Meteorit als
"Fall" oder "Fund" eingeteilt. Neben der chemischen und petrologischen
Klassifizierung werden Meteoritenfunde auch nach dem Grad der Verwitterung
seit ihrem Auftreffen auf der Erdoberfläche in die Verwitterungsklassen A, B
oder C eingeteilt. Ein alternatives Klassifizierungssystem teilt die
Verwitterungsklassen in W0 - W6 ein. Schwach verwitterte Meteorite haben den
Verwitterungsgrad A (beziehungsweise W0), während die am stärksten
verwitterten Meteorite in den Verwitterunggrad C (beziehungsweise W6)
eingeteilt werden. Meteorite können auch eine Metamorphose durch ein
Schockereignis, beispielsweise während des Losschlagens vom Mutterkörper,
erlitten haben. Dies wird durch Einteilen in die Schockklassen S1 - S6
beschrieben, wobei in S1 nicht oder nur sehr schwach geschockte Meteorite
und in S6 die am schwersten geschockten Meteorite stehen.
Chondrite
Chondrite bilden mit
einem Anteil von etwa 86 Prozent die größte Klasse der
Meteorite.
Sie können als kosmische
Sedimentgesteine
aufgefasst werden. Ihr Name rührt von eingeschlossenen kleinen
Silikatkügelchen
her, den so genannten
Chondren,
die in eine feinkörnige Matrix eingebettet sind. Ihre mineralogische
Zusammensetzung wird von den
Mineralen
Olivin,
Pyroxen
und
Plagioklas
dominiert. Oft werden Chondrite auch undifferenzierte Meteorite genannt,
weil man annimmt, dass ihre chemische Zusammensetzung, mit Ausnahme
leichtflüchtiger
Elemente
wie
Natrium
und
Kalium
oder den
Edelgasen,
der Zusammensetzung des ursprünglichen Sonnennebels entspricht. Es wird
daher davon ausgegangen, dass sie bereits in der Frühzeit des Sonnensystems
entstanden
Geschichte
Die ersten Chondriten
wurden
1772 durch
den französischen
Chemiker
Antoine Laurent de
Lavoisier untersucht.
Klassifikation
Chondrite können
nochmals in Unterklassen eingeteilt werden. Nach Häufigkeit an erster Stelle
stehen die gewöhnlichen Chondrite. In kohligen Chondriten sind neben
Chondren auch noch
präsolare Minerale
und
Kalzium-Aluminium-reiche Einschlüsse zu finden. Nach ihrer
chemischen Zusammensetzung werden Chondrite in folgen Unterklassen
eingeteilt:
Gewöhnliche Chondrite > H-Chondrite > L-Chondrite > LL-Chondrite
Enstatit-Chondrite
(Enstatite)
> EH-Chondrite > EL-Chondrite
Kohlige Chondrite
(Primitive Chondrite)
> CI (Ivuna Gruppe) > CO (Ornans Gruppe) > CV (Vigarano Gruppe) > CM (Mighei
Gruppe) > CK (Karoonda
Gruppe) > CR (Renazzo Gruppe)
> CH (Metallreich) > CB
((Bencubbinite))
R-Chondrite (Rumruti-Chondrite)
K-Chondrite (Kakangari-Chondrite)
F-Chondrite
(Fosterite-Chondrite)
Neben der chemischen
Klassifizierung werden Chondrite nach einem Schema, das 1967 von den
Wissenschaftlern Van Schmus und Wood vorgeschlagen wurde, in die
petrologischen
Typen 1 bis 6, manchmal auch 1 bis 7, eingeteilt. Chondrite vom
petrologischen Typ 3 werden „unequillibriert“ genannt, weil sie Material
repräsentieren, das nach der Entstehung des Mutterkörpers durch Akkumulation
aus dem solaren Nebel nahezu unverändert blieb. Im Gegensatz dazu wurden
Chondrite vom Typ 4 bis 6 zunehmend thermisch
metamorphisiert.
Diese Chondrite sind dabei rekristallisiert. Als Folge sind in Typ 6
Chondriten nur noch wenige Relikte von Chondren zu finden. Meteoriten vom
Typ 1 und 2 sind zwar nicht thermisch verändert worden, haben aber eine
"wässerige" Metamorphose erfahren. Während Chondrite vom Typ 3 bis 6 maximal
3 Gewichtsprozent Wasser enthalten, können Typ 2 Chondrite bis zu 18
Gewichtsprozent und Typ 1 Chondrite mehr als 20 Gewichtsprozent Wasser
enthalten. Bei Typ 1 Chondriten sind durch die wässerige Metamorphose die
ursprünglich vorhandenen Chondren verschwunden.
Bei gewöhnlichen Chondrite
und Entstatiten kommen die petrologischen Typen 3 bis 6 und bei kohligen
Chondriten die petrologischen Typen 1 bis 4 vor.
Chondrite mit
unterschiedlichem petrologischen Typ können durchaus vom gleichen
Mutterkörper stammen. So wurde für die H-Chondrite das
„Zwiebelschalenmodell“ für den Mutterkörper vorgeschlagen. Nach diesem
Modell wäre der Mutterkörper der H-Chondriten ein undifferenzierter
Asteroid,
der nach seiner Entstehung vor 4,56 Milliarden Jahren durch Zerfall
radioaktiver
Nuklide
nochmals erhitzt wurde ohne jedoch zu schmelzen. Dabei wurde er im Kern
stark, nach außen hin aber weniger stark erhitzt. H3-Chondrite würden dann
von der Oberfläche des Mutterkörpers stammen, während die H4-, H5- und
H6-Chondrite aus zunehmend größeren Tiefen stammen würden.
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